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Georg Abel

zuletzt wohnhaft in Berlin-Reinickendorf, Dannenwalder Weg 62

Nach der Schulzeit absolvierte Georg Abel eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete in verschiedenen Stellungen als kaufmännischer Angestellter. Im Jahr 1900 heiratete er mit 24 Jahren eine drei Jahre jüngere Frau. Sie war von Beruf Kochmamsell. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: sie wurde nach 30 Jahren, also Anfang der 30er Jahre, geschieden. Trotz seines fortgeschrittenen Alters war Georg Abel 1916 noch zum Militärdienst eingezogen worden. Er wurde verschüttet, danach begannen Kopfschmerzen und Schwindelanfalle. Obwohl er sich in der Folge der Verschüttung „seiner Nervenkräftigkeit enthoben" fühlte, blieb er - unterbrochen durch Zeiten der Arbeitslosigkeit — weiterhin berufstätig. Bis zu seiner Aufnahme in die Wittenauer Heilstätten im Frühjahr 1943 hatte er fünf Jahre in der Kalkulation eines größeren Unternehmens gearbeitet.


Seit den 30er Jahren hatte er nach eigenen Angaben unter epileptischen Anfällen gelitten. Er merkte nichts von einem kommenden Anfall, wurde bewusstlos und war danach so müde, dass er schlafen musste. Seit Juni 1942 befand er sich erneut in ärztlicher Behandlung. Er hatte inzwischen mehrere Anfälle im Monat, manchmal auch mehrmals wöchentlich, aber auch anfallsfreie Zeiten: zunehmend wurde er vergesslich. Anfang der 40er Jahre zog er zu einer Tochter in eine kleine Wohnung mit drei Zimmern, in der er zusammen mit Schwiegersohn und vier Enkelkindern wohnte. Im Mai 1943, im Alter von 66 Jahren, wurde Georg Abel zum ersten Mal in die Wittenauer Heilstätten aufgenommen. Die Tochter begleitete ihn zur Aufnahme und kümmerte sich auch weiterhin um ihren Vater. Wahrend dieses ersten Aufenthaltes in den Wittenauer Heilstätten wurde Georg Abel medikamentös behandelt; es stellte sich zunächst auch eine Besserung seines Befindens ein. Auf Wunsch der Tochter wurde er nach vier Wochen zu ihr entlassen.


Doch bereits nach zwei Monaten, am 5. August 1943. musste er mit der Diagnose „organisches Nervenleiden, unruhig'" wiederum in Wittenau aufgenommen werden. Die Tochter gab an. in den zwei Monaten nach der Entlassung sei ihr Vater bockig gewesen und hätte nicht gehorcht. Er sei stumpfsinnig, sitze stundenlang auf einem Fleck, sei an nichts beteiligt, habe sie auch angegriffen, er sei zeitweise sehr erregt und zuhause nicht mehr tragbar.