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Alfred Krebs

zuletzt wohnhaft in Berlin-Reinickendorf, Herbsteiner Str. 17

Alfred Max Krebs wurde am 22. März 1903 als dritter Sohn von Fritz und Agnes Krebs, geb. Stiller in Berlin geboren. Seine zwei Brüder Karl
Krebs, geboren am 15. Juni 1899 und Otto Krebs, geboren am 15. Juni 1901 waren Fensterputzer und Kraftfahrer. Alfred besuchte die Volksschule, verließ sie jedoch mit der zweiten Klasse und arbeitete daraufhin zwei Jahre in Gaststätten und schließlich als Maler, ohne je eine Lehre zu machen.


Am 21. März 1926 heiratet er Frieda Zaminczek, welche am 17. September 1889 in Prinzenthal im Kreis Bromberg geboren wurde.
Einen Monat später, am 21. April des Jahres, erblickte die Tochter Ursula das Licht der Welt. Alfred Krebs verdiente weiterhin als Maler
den Unterhalt für die Familie, nun jedoch bei der Firma Louis Poll in der Fischerhüttenstraße 77 in Zehlendorf. Er war vor 1933 weder poltisch noch gewerkschaftlich organisiert. Im Sommer 1936 ist er bereits Vorarbeiter einer Malergruppe im Reichssicherheitshauptamt in der Prinz-Albrecht-Straße 8. Dies beinhaltete geregelte Arbeitszeiten von 7.00 – 16.30 sowie eine Zulagenkarte für Lebensmittel. Seit 1939 hatte Alfred Krebs den Hausausweis Nr. 677 für das Haus der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Die Aufgabe war die Instandhaltung der
Büroräume, unter anderem auch das Büro von Heinrich Himmler, Reichsführer-SS (Schutzstaffel der NSDAP). Seine Arbeit führte ihn mit
jüdischen Gefangenen aus Oranienburg-Sachsenhausen zusammen, die er einzuteilen und zu beaufsichtigen hatte. Alfred Krebs sah den
Hunger und das Elend der ihm unterstellten jüdischen Arbeiter. Er reagierte, indem er seine ahnungslose Frau morgens um mehr Brote
bat, die er dann den Gefangenen gab. Mit der Zeit wurde der Zustand für ihn allein unerträglich und er offenbarte sich zunehmend seiner
Familie, ebenso seinen Arbeitskollegen. Zudem äußerte er sich in den Frühstückspausen kritisch zu Politik und Regierung und erzählte Witze über das Regime. Die Einberufung in den Krieg konnte Alfred Krebs mit einer Zurückstellung durch die Gestapo verhindern, die mit seiner Arbeit zufrieden war.

 

Am 5. August 1942 wurde Alfred Krebs zusammen mit einem Kollegen von einem weiteren Kollegen beim Stab des Reichsführer-SS angezeigt. Er wird kurz darauf am 10. August verhaftet, der Prozess fand unter dem Anklagevorwurf der „kommunistischen Wühlarbeit und Zellenbildung“ am 4. Dezember 1942 vor dem 1. Senat des Volksgerichtshofes statt. Alfred Krebs wird zum Tode verurteilt und trotz mehrerer Gnadengesuche am 22. Februar 1943 in Plötzensee hingerichtet. Die Leiche wurde der Familie nicht übergeben: „Aus grundsätzlichen Erwägungen können wir Ihrem Wunsche nicht Folge leisten."